Mit einer unruhigen und vor allem sehr kurzen Nacht, begann der Renntag um 4:00 Uhr morgens Ortszeit! Ein Toastbrot mit Honig, ne halbe Banane und eine Tasse Kaffee war als Frühstück aufs Zimmer gebracht worden. Mit 35 Australien-Dollar fanden wir es auf der Zimmerrechnung wieder ;-)Mit einem morgendlichen Spaziergang sollte meinen Kreislauf in Schwung kommen und die Nervosität in einigermaßen geführte Bahnen geleitet werden. Und genau dieser Effekt traf ein. Das erleuchtete Opera House, die angenehm warme Luft und die vielen freiwilligen Helfer, die schon an und auf der Strecke waren verbreiteten an diesem jungen Tag schon ein wundervolles Flair….
Einchecken und warming up fand in Dunkelheit statt! Greg Benett, der Mann der dieses Rennen 1999 und im Übrigen auch den ersten Hamburg Weltcup gewinnen konnte, fuhr ein paar Meter mit uns über den Kurs: vorne und hinten mit Licht an seiner Rennmaschine ;-)
Mit einem guten Start begann das Schwimmen für mich! Zwar hatte ich an der ersten Boje ein wenig Probleme mit dem kürzesten Weg, doch letztlich saß ich sicher in der ersten Radgruppe und sah dem weiteren Rennverlauf sehr optimistisch entgegen! Die Radstrecke mit ihren vielen Anstiege, den Wendepunkte und zahllosen Attacken gingen an der Muskulatur nicht wirkungslos vorbei. Immer wieder gingen die Ansätze in Waden und Oberschenkel zu. Dazu war ständig Konzentration gefragt, da es im Feld ständig Ausreißversuche gab. Auch das Hin-und Herreichen von Wasserfalschen erforderte teilweise Steuerkünste, da Frodo schon früh im Rennen seine Radflaschen bei einem Speed-Bump verlor und wir uns meine Wasservorräte aufgeteilt haben. Die Quintessenz für meine Radperformance lautet, zum Mitfahren reicht es schon, um selber Akzente setzen zu können, müssen noch ein paar Kilometer eingefahren werden…Bei der Wechselzonenanfahrt nutzte allerdings werder die Beinkraft, noch die beste Steuerkunst etwas! Mit hoher Geschwindigkeit ging es auf eine Haarnadelkurve zu und es kam, was Frodo schon vor dem Rennen prophezeite: hier wird es mit Sicherheit knallen! Ironie des Schicksals, das wir beide mittendrin steckten. Zwar hatte ich – im Gegensatz zu Frodo - keinen Bodenkontakt mit dem Asphalt vor dem Opera House, dafür aber mit der Absperrung aus Metall. Bis auf ein gestauchtes Handgelenk, einen geprellten Unterarm und eine leichte Zerrung im Oberschenkel ist aber glücklicherweise nicht viel passiert! Und ich wähle bewusst das Wort „glücklicherweise“. Denn ich möchte Abstand nehmen von dem Wort Pech, das ja so oft in Bezug auf die Saison 2009 gefallen war! So möchte ich es als Glück im Unglück bezeichnen… Trotzdem war das Rennen in Bezug auf Topergebnis natürlich gelaufen. Mit dem Sturz, dem Absteigen, Rad aus dem Chaos befreien, neu Anfahren und einer großen Portion Frust im Bauch liefen mir die Sekunden und Konkurrenten im wahrsten Sinne davon. Mit gut 250 Meter Rückstand auf das Hauptfeld habe ich versucht noch ein paar Plätze gut zu machen und bin sehr optimistisch in die erste Runde des Laufens gestartet. Leider war der Kampf nur bedingt von Erfolg gekrönt und so stand am Ende des Tages ein 29. Platz in einem Feld von 59 gestarteten Athleten.
Es ist natürlich bitter, so in eine neue Saison zu starten, für die man sich soviel vorgenommen hat! Aber ich nehme die positiven Eindrücke mit aus dem Rennen in Sydney. Die Form ist schon auf einemguten Niveau und noch ist nichts verloren im Hinblick auf die Serie. Außerdem: Anfang April habe ich bislang auch sehr selten schon ein Rennen in den Beinen gehabt, eigentlich bin ich ja doch eher ein Spätstarter…Und ich laufe nicht Gefahr, aufgrund eines ersten guten Ergebnisses in Euphorie zu verfallen, sondern kann nun gezielt weiter an der Form basteln.
Deshalb sehe ich das Ergebnis sportlich: Stürze gehören zum Rennalltag dazu und ich hatte das Glück, nur in einen verwickelt zu sein, nicht dadurch körperlichen Schaden erlitten zu haben. Wie sagte der junge Mann an der Strecke nach dem Auschecken auf die Frage nach meinem Rennverlauf und Ergebnis: Oh I´m sorry, shit happens!