… kühle Temperaturen, Regen und ein hohes Tempo haben Spuren hinterlassen! Trotzdem –oder gerade deswegen wurde auf der Zielgerade um jeden Zentimeter verbissen gekämpft. Nach guten 600 Auftaktmetern im kühlen Nass, habe ich durch einen schnellen Wechsel das Feld auf die ersten 8 KM geführt. Als ich mich in der Gruppe zurückfallen ließ, hatte ich zunächst größte Bedenken über den Grad meiner körperlichen Anstrengung. Von Doppelbildern habe ich schon gehört und das Symptom „schwarz vor Augen“ ist ja auch eine mögliche Form der körperlichen Ausbelastung. Ich jedoch sah dreifach!! Dreimal Salvisberg…
Nach wenigen Kilometern schlossen allerdings weitere Athleten zu unserer Gruppe auf und Namen wie Riederer und Böcherer sah ich glücklicherweise nur einmal. Die drei schwimmstarken Brüder kontrollierten auch größtenteils die ersten beiden Radabschnitte, bevor im dritten Durchgang nur noch fünf Athleten um den Sieg kämpften. Mit einem durchwachsenen Wechsel, den klammen Fingern und den nassen Schuhen sei Dank, nahm ich mit einigen Metern Rückstand die letzten knapp 2000 m in Angriff. Durch sehr schnelles Anfangstempo war ich bald an der Spitze des Feldes, konnte aber dem Konter von Lukas Salvisberg zunächst nichts entgegen setzen und riskierte den langen Schlussspurt. Mit 0,1 Sekunden gewann ich das erste Rennen der Saison ´10. Knapp, aber ausreichend ;-)
An dieser Stelle möchte ich Stefan Buck vom Augsburger Zweitligisten zitieren, der nach dem Rennen am Telefon meinte: „reicht doch, ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss…“ Ich hoffe Stefan, ihr springt in den beiden Relegationsspielen am 13. Und 16.05. hoch genug! Meine Daumen für Liga 1 sind gedrückt!!
Nach meiner Rückkehr aus Sydney saß der Frust tief! Mit dem Sturz direkt vor der Wechselzone hat sich der Saisonauftakt nicht optimal gestaltet. Trotzdem habe ich mich für meinen bisherigen Plan entschieden und werde Seoul weglassen.
Mit zehn tollen Trainingstagen in unserem neuen Triathlon-Camp in Cervia/Italien habe ich die Nullnummer von Australien aber ganz gut abgehakt und nebenbei sehr ordentliche Radausfahrten durch das Hinterland der Emilia Romagna absolviert! Zwar bin ich die Strecke des Nove Colli nie komplett geradelt, aber in der Summe jeden Hügel mehrfach! Unser Tourenführer Andrea kennt jeden Winkel um Cervia und Umgebung. Langeweile gab es nicht, an dieser Stelle: Mille Grazie Andrea e al prossima anno!
Men at work, egal ob in Italien als Ratgeber und Trainierender oder in der Schweiz als Wettkämpfer, es hat Spaß gemacht! Und so lautet ja auch das Sprichwort: Spaß bei der Arbeit und Freude am Leben…
In diesem Sinne wünsche ich Euch ne Menge Spaß und besonders viel Freude…
Auf bald
Ungerman
PS: Ein kleiner Mann sieht zum ersten Mal das große Meer ;-) Ein großer Spaß und die größte Freude!!


